|
In einem rassigen Pokalfinale siegten die Gäste aus Markranstädt verdient mit 2:0. Die Gastgeber versuchten nach ihren Möglichkeiten mitzuhalten, doch abgesehen von ein paar wenigen Kontern, waren sie den Gästen hilflos ausgeliefert. Schon die erste Möglichkeit zeigte an, wohin die Reise gehen sollte. Kapitän Patrice Meißner schlug einen Diagonalpaß auf Marcel Nüchtern auf die linke Seite, dessen Flanke nahm Mario Schaaf im Strafraum runter und bediente Routinier Ronny Kujat, der den Ball aus der Luft nahm, leider nicht voll traf und der Keeper konnte deshalb diesen Schuß aus Nahdistanz sicher halten. Auf der Gegenseite faustete Torwart Rene Klimas einen Freistoß von der Außenlinie aus der Gefahrenzone. Nach zwei weiteren guten Angriffen der Gäste bot sich den Krostitzern eine Konterchance doch Tino Bohnet scheiterte im 1:1 an Rene Klimas, der den Winkel verkürzte und im Nachfassen den Ball dann sicher hielt. Wenige Minuten nach dieser hochkarätigen Konterchance nutzten die Rasenballer einen Abwehrversuch rigoros aus. Zwei Krostitzer schlugen auf der linken Seite den Ball in die Luft, Marcel Nüchtern reagierte am schnellsten und bediente Robert Gottelt, der direkt abzog. Der Ball ging unter die Querlatte, da hatte Andre Stocklauser keine Abwehrmöglichkeit. Beim Freistoß von Robert Scannewin musste der Krostitzer Keeper nachfassen. Schiedsrichterin Annett Unterbeck pfiff zur Halbzeit.
Nach Wiederanpfiff schickte Marcel Nüchtern Mario Schaaf, doch der Pass war zu steil, sodass der Keeper den Ball aufnehmen konnte. In der 55. Minute dann die erste Ecke in diesem Spiel, Patrick Kunig brachte diese in den Strafraum - Jonathan Barth flog am Ball vorbei und der Krostitzer Schlussmann konnte den Ball sicher wegfangen. Dann ein Schuß von Ronny Kujat, Markus Roth stand im Weg, nahm den Ball an, drehte sich und schloß ab, Andre Stocklauser konnte den verdeckten Schuß nicht festhalten und Marcel Nüchtern staubte zum 2:0 ab. Die Gelbe Karte wegen des überdrehten Jubel (Trikot ausgezogen) nahm er lachend in Kauf.

Frank Räbsch zog an der Außenlinie zurück, dadurch ging es schnell über die linke Seite und er fehlte in der Abwehr. Christian Bettführ war entwischt und brachte den Ball in den Strafraum und Chris Hobusch traf im zweiten Abschlussversuch den Querbalken. Da hätte es nochmal spannend werden können. Einen Freistoßkracher von Robert Scannewin lenkte der Krostitzer Keeper zur Ecke. Robert Scannewin düpierte seinen Bewacher und passte in den Lauf von Marcel Nüchtern, der harkte ein und schoß aus spitzem Winkel aufs Tor, Andre Stocklauser ließ abklatschen Robert Gottelt setzte nach, doch er traf nicht voll. Wieder entwischte der eingewechselte Christian Bettführ unserer Verteidigung, doch Rene Klimas hielt seinen Kasten sauber. Robert Gottelt ging über die rechte Seite durch, schob den Ball zu Marcel Nüchtern der mit der Hacke verlängerte, von links kam Markus Roth angerauscht, doch er war zu schell um den Ball im Tor unterzubringen. Robert Scannewin ging an der Strafraumgrenze am Keeper vorbei, harkte auch den Abwehrspieler aus der seinen Keeper helfen wollte, doch wieder landete der Ball nur im Außennetz. Zweimal ging noch Mario Schaaf ab, doch es blieb beim 2:0. Schiedsrichterin Annett Unterbeck pfiff nach 93 Minuten diesen Pokalfight ab. RB Leipzig/Markranstädt II holte den letzten Bezirkspokal, da dieser in der nächsten Saison, durch die Umstrukturierung nicht mehr ausgetragen wird.
Aufstellung RB Leipzig/Markranstädt II: Klimas - Räbsch, Meißner, Barth, Kunig - Schaaf, Gottelt, Kujat, Roth - Nüchtern (88. Schäfer), Scannewin (90. Noguera)

und das schreiben die Krostitzer:
Es hat nicht sein sollen: Die Erste hat trotz einer guten Leistung mit 0:2 im Bezirkspokal-Finale gegen RB Leipzig II verloren. Am Ende machte die bessere Chancenverwertung der Roten Bullen den Unterschied.
Herrliches Frühsommer-Wetter, warme Temperaturen, ein grüner Rasen und eine stimmungsvolle Kulisse: Im Kurt-Fuchs-Stadion war alles angerichtet für das Finale im Wernesgrüner Bezirkspokal 2010. Tagelang hatten die Bierdörfler alles wunderbar organisiert und ernteten auch nach dem Schlusspfiff viel Lob für eine rundum gelungene Veranstaltung.
Die Gäste von RB Leipzig II waren mit voller Kapelle angereist und wurden zudem von einem Doppelstockbus voller mitgereister Fans unterstützt. Der FSV baute hingegen ganz auf den Heimvorteil und wollte mit Unterstützung der Zuschauer dem haushohen Favoriten ein Bein stellen. Mike Geppert setzte auf seine derzeit beste Elf, bot mit Daniel Roos und Helmut Gerhardt, der für den gesperrten Heiko Bohnet ins Team rückte, gleich zwei zweikampfstarke Sechser auf, die gemeinsam mit Sascha Quasdorf das Zentrum dicht halten sollten.
Torschützen:
0:1 Gottelt (30.)
0:2 Nüchtern (68.)
Zuschauer:
550
Schiedsrichter:
Annett Unterbeck (Leipzig)
Assistenten:
R. Krüger (Leipzig), W. Winkler (Linthe)
“Geheimwaffe” Chris Hobusch
Im Angriff hatte sich Geppert für das Finale einen besonderen Schachzug ausgedacht: Laufwunder Chris Hobsuch sollte als einzige Spitze mit seiner Athletik den Spielaufbau der Gäste stören und die gefürchtete RB-Offensive dadurch gar nicht erst zur Entfaltung kommen lassen. Aber die Roten Bullen begannen gut, man merkte dem jungen Team der Bierdörfler in den ersten Minuten doch deutlich die Nervosität an. So dauerte es gerade einmal drei Minuten bis zur ersten Chance für RB, als Routinier Ronny Kujat nach einem Diagonalball frei im FSV-Strafraum auftauchte, die Kugel aus spitzem Winkel aber nicht richtig traf und dadurch in die Arme von André Stocklauser schoss. RB blieb auch in der Folge weiter spielbestimmend und hatte mehr Ballbesitz. Allerdings ließ die Krostitzer Defensive nicht viel zu, weil die komplette Mannschaft taktisch geschickt verteidigte und die Räume hinten ganz eng machte.
Tino Bohnet vergibt die beste Chance
Nach eigenem Ballgewinn sollte es dann schnell in die Spitze gehen, wo Chris Hobusch permanent für Unruhe zu sorgen versuchte. Die beste Möglichkeit für den FSV hatte aber Tino Bohnet, der nach einer schönen Kombination über Christoph Buse und Nicolai Schröer plötzlich frei vor RB-Keeper René Klimas auftauchte. Sein Schussversuch aus 14 Metern war aber zu zentral, so dass Klimas die Kugel im Nachfassen sicher hatte (26.). Dieser vergebene Hochkaräter sollte sich kurz darauf bitter rächen. Nach einem Fehlpass von Daniel Roos in der Offensive landete die Kugel auf der rechten Krostitzer Abwehrseite, wo Kapitän Sascha Quasdorf den Ball mit einem Querschläger nicht aus der Gefahrenzone befördern konnte. Stattdessen war auf einmal Robert Gottelt 20 Meter vor dem Tor völlig frei, zog einfach mal ab und zimmerte die Kugel mit einem tollen Volley-Kracher zur RB-Führung ins Netz (30.). Kurze Zeit später verhinderte André Stocklauser nach einem Scannewin-Freistoß mit einer guten Reaktion das 0:2 (33.), aber weil der FSV seine Ordnung bis zum Halbzeitpfiff der souveränen Schiedsrichterin Annett Oberbeck ansonsten gut beibehielt, ging es mit einem knappen Rückstand in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel wollten die Bierdörfler zunächst so weiterspielen wie bisher und auf den einen gefährlichen Konter zum Ausgleich lauern. Leider fehlte im Angriff die letzte Konsequenz und der nie aufsteckende Chris Hobusch blieb zu oft auf sich allein gestellt.
Marcel Nüchtern macht alles klar
Die besseren Chancen hatte darum weiter RB, doch André Stocklauser war bei einem Distanzschuss aufs kurze Ecke auf dem Posten und klärte das Leder zur Ecke (60.). Mike Geppert reagierte und brachte mit Christian Bettfür und Thomas Rudolph für die ausgelaugten Tino Bohnet und Christoph Buse zwei frische Leute ins Spiel, die das Krostitzer Angriffsspiel beleben sollten. Aber diesmal ging Gepperts Plan nicht auf, stattdessen klingelte es auf der Gegenseite. Einen verdeckten Kujat-Schuss aus 18 Metern konnte André Stocklauser nur zur Seite prallen lassen, wo sich Marcel Nüchtern bedankte und zum 2:0 abstaubte (68.).
Guter Rat war jetzt teuer beim FSV. Mike Geppert brachte “Edeljoker” Nico Müller für den starken Helmut Gerhardt und setzte von nun an alles auf eine Karte (71.). Und wer weiß, was passiert wäre, wenn in der Mitte Chris Hobusch nach guter Bettfür-Hereingabe von der linken Seite aus zehn Metern einfach gleich selbst aus der Drehung abgezogen hätte, statt die Kugel im zweiten Versuch an die Latte zu schießen (77.). Es hätte zumindest noch einmal spannend werden können.
Stocklauser zeichnet sich aus
So aber spielten die Gäste ihren Stiefel routiniert runter und konnten es sich jetzt sogar leisten, jede Menge klarer Torchancen zu vergeben. Auf Krostitzer Seite sorgte Christian Bettfür noch einmal für Gefahr, als er urplötzlich frei vorm RB-Tor auftauchte, aber am gut reagierenden René Klimas scheiterte (85.). Kurz darauf zeichnete sich auch André Stocklauser noch einmal aus, als er Mario Schaaf im Eins gegen Eins den Schneid abkaufte, weil der es lieber selbst versuchte, anstatt den mitgelaufenen Mitspieler per Querpass zu bedienen (87.). Die letzte Chance des Spiels gehörte dann aber dem FSV, doch Nico Müllers Schuss aus Nahdistanz wurde auf der Linie geklärt und so pfiff Schiedsrichterin Unterbeck nach 93 Minuten das Pokalfinale ab. Die RB-Spieler feierten nach der Pokalübergabe im Mittelkreis ausgelassen ihren Sieg, während die FSV-Spieler sich trotz der Niederlage nicht viel vorzuwerfen hatten. Knackpunkt des Spiels war wohl der Treffer zum 0:1, den die Bierdörfler nicht mehr kontern konnten. Vielleicht wäre mit etwas mehr Abgebrühtheit in den Zweikämpfen und etwas mehr Courage nach vorne auch mehr drin gewesen – aber an diesem Nachmittag sollte es einfach nicht sein. Ein Glückwunsch darum auch von dieser Seite an die Rasenballer, die ihre überragende Saison mit dem Double gekrönt haben.
Martin Hoffmann
Aufstellung:
FSV Krostitz: Stocklauser – Bergfeld – Koch, Schmidt – Schröer, Roos, Quasdorf, Gerhardt (71. N. Müller), T. Bohnet (64. Rudolph) – Buse (64. Bettfür) – Hobusch
|